Dari/Afghanisch
Dari, die neupersische Schriftsprache, ist die literarische Abkürzung des persischen Parsi-e Darbâri.
Wörtlich übersetzt bedeutet das persische Wort Dar "Tor, Tür, Schwelle" während das Wort Bâr
"Audienz, Anhörung" bedeutet. Darbâri bedeutet also wörtlich übersetzt Tor zur Audienz und im
erweiterten Sinn königlicher Hof; Parsi-e Darbâri bedeutet Persisch des königlichen Hofes und
entwickelte sich als Schriftsprache im 9. Jahrhundert n. Chr. aus dem Mittelpersischen in den kulturellen
Zentren der persischen Samaniden in Zentralasien. Von dort aus verbreitete sie sich in ganz Persien.
Im Gegensatz zum normalen Persisch (Farsi), handelt es sich bei Dari um die geschriebene Sprache, nicht um die gesprochene Sprache. Dari ist quasi das Skelett des modernen Neupersisch (Farsi), welche in Afghanistan, Tadschikistan und Iran die offizielle Landessprache ist. Dari kennt keine Dialekte und ist auch selbst kein Dialekt. Jedoch kann man alle Dialekte des modernen Farsi auf seine geschriebene Urform Dari zurückführen.
Dari war lange Zeit die lingua franca des Orients und dient auch heute als solche in vielen Teilen Zentral- und Südasiens. Zudem gilt Dari als die Sprache des Sufismus, des mystischen Islams. Einige der größten Werke des Sufismus, unter anderem die Werke der Dichter Rumi, Hafiz, Saadi, Omar Chayyam und Ansari, wurden in Dari verfasst.
Als Musterwerk des Parsi-e Darbâri gilt das "Schah-Nameh" ("Buch der Könige") des Dichters Abu l-Qasem-e Ferdousi. 35 Jahre arbeitete der Dichter an diesem Werk, das eines der frühesten Werke des Neupersischen ist und zudem nur sehr wenige Fremdwörter (arabische Wörter) enthält. Bis heute hin ist Ferdousis "Schah-Nameh" die Basis des persischen Nationalbewustseins im Iran, in Afghanistan und - vor allem - in Tadschikistan.
Paschtu
Paschtu, auch Paschto bzw. Pashto oder Afghanisch, ist die Sprache der Paschtunen und wird in Afghanistan (dort Amtssprache neben Dari) und Pakistan von ca. 25 Millionen Sprechern gesprochen.
Persische und arabische Lehnworte sind recht häufig, was nicht zuletzt eine Folge der dominierenden Rolle des Persischen nach der Verlegung der afghanischen Hauptstadt von Kandahar nach Kabul im 18. Jahrhundert ist.
Paschtu ist im Jahre 1936 zur Nationalsprache während der Regierungszeit von Haschem Khan, einem Onkel des König Zaher Schah (1933-1973) in Afghanistan erklärt worden
Usbekisch
Weltweit gibt es über 20 Millionen Sprecher des Usbekischen.
In den GUS-Staaten leben heute rund 16,7 Millionen Menschen, die einen usbekischen Dialekt sprechen. In Usbekistan sprechen 99% der über 14,142 Millionen Usbeken Usbekisch als Muttersprache. Im benachbarten Tadschikistan sprechen heute rund 1,2 Millionen Menschen Usbekisch, in Kirgisistan sind es 550.096, in Kasachstan 332.017 und in Turkmenistan 317.333.
Die rund 1,4 Millionen Köpfe umfassenden afghanischen Usbeken gehörten bis ins 19. Jahrhundert zum Khanat Buchara. 1886/93 kamen die südlichen Randgebiete des Khanates zu Persien und als sich die Afghanen kurze Zeit später unabhängig machten, kamen die Usbeken zum Emirat Afghanistan. Heute machen die Usbeken 9% der Bevölkerung Afghanistans aus.
Im 20. Jahrhundert wurden Usbeken als Gastarbeiter in die Türkei gerufen, und so gaben 1982 genau 1.981 Menschen in der Türkei Usbekisch als Muttersprache an.
Persisch/Farsi
Die persische Sprache oder kurz: Persisch, Fârsi oder auch Dari genannt ist die wichtigste indogermanische Sprache im südwestwestlichen Asien. Persisch wird von ca. 100 Millionen Menschen als Erst- oder Zweitsprache gesprochen, vor allem im Iran und in angrenzenden Gebieten leben: Etwa 25 Millionen in Tadschikistan (lokal Tadschikisch genannt), Afghanistan (lokal Dari genannt) und in Teilen Usbekistans, Pakistans und Indiens. Daneben gibt es bedeutende Persisch-sprachige Gemeinden in Bahrain, Irak und in den USA.
Kleinere Sprachinseln gibt es unter anderem in Georgien, in Aserbaidschan und im Pamir-Gebirge. Starken Einfluss hat persisch auch auf Schrift und Sprache in Usbekistan und Kirgisistan genommen, weniger auf das Urdu und in geringerem Maß auch auf Arabisch und Türkisch.
Persisch ist Amtssprache im Iran, in Tadschikistan und in Afghanistan; in Tadschikistan wurde es zwischen 1928 und 2002 in kyrillischer Schrift geschrieben.
Viele persische Wörter wurden in europäische Sprachen übernommen. Im Deutschen kennt man unter anderem die Wörter Basar (Bazaar), Karawane, Scheck, Pistazie, Schach, Paradies, Schal oder Magier.